Allgemein

Loslassen vs. kämpfen?

Was bedeutet es wirklich „stark“ zu sein? Und woher kommt diese, ich nenne es innere Stärke?

Schon öfter habe ich in Verbindung mit meiner Erkrankung gehört, wie „stark“ ich doch sei, wie diszipliniert und das jene, die das sagen sowas ja selbst „nicht könnten“, vorallem nicht so lange Zeit.

Doch bin ich das wirklich? Bin ich stark?

Oft fühle ich mich garnicht so stark, im Gegenteil. Eigentlich habe ich oft das Gefühl der Spielball der Umstände zu sein.

Gerade mit so einer Erkrankung habe ich oft das Gefühl, als befinde ich mich auf dem Meer des Lebens und hätte oft nur ein Padelboot oder meistens nur ein Surfbrett zur Verfügung, und wenn dann ein Sturm (schlimme Tage/Nächte) anbrausen, dann werde ich selbst davon abgeworfen und mitgerissen, verliere den Halt des Bootes und die Wellen reißen mich mit sich. Manchmal in Richtungen in die ich garnicht wollte oder sie ziehen mich runter in die Tiefe und ich versuche einfach nicht weiter unter zu gehen und strampel so gut es geht dagegen an.

Erfolgt draus ein Kampf? Kämpfe ich so sehr, so stark wie man es oft von Leuten sieht oder hört, welche (meines Erachtens) noch viel viel schlimmers durch machen und plötzlich z.B. ohne Arme/Beine da stehen oder dem Tod gerade noch so von der Schippe gesprungen sind und nun soviel „gekämpft“ haben, dass sie ihre Ziele und Träume verwirklicht haben?

Kämpfe ich so sehr um mein Leben, um meine „Lebensqualität“? Oder kämpfe ich „noch nicht“ genug? Könnte ich noch viel viel mehr Kämpfen? Und woher soll ich diese Kraft nehmen?

Im Prinzip bin ich ja der „ur“sprünglichen Meinung, dass das Leben ja wie ein Fluss ist, alles seinen Sinn hat und wenn man lernt „los zu lassen“ und sich in den Fluss des Lebens zu begeben, dass man dann davon auch getragen wird und am Ende alles gut für einen aus geht – sich alles zum Besten für einen wendet.

Doch das widerspricht doch eigentlich dem Prinzip von Kampf, – sich etwas erkämpfen. Oder nicht?

Was ist denn nun richtig?

Die innere Stärke mobilisieren und aktiv alles daran zu setzen möglichst gut durchs Leben zu kommen (sich an ein „sicheres Ufer“ kämpfen und dort verweilen)? Oder sich somit eine Yacht bauen (wenn man die Möglichkeiten hat oder sich diese erkämpft/erarbeitet) oder im Gegenteil, zu versuchen sich auf das kleine Brett (das zur Verfügung steht) zu legen und sich mit möglichst wenig „Stress“ und Energieaufwand dem Leben (und der Erkrankung) hinzugeben, Ruhe zu bewahren und darauf zu vertrauen, dass alles schon so gut für einen wird.

Kann man da eine Balance finden? Eine gute Mischung aus beidem? Kämpfen, stark sein und loslassen, im Fluss sein?

Ich denke schon. Man muss nur für sich rausfinden – wie.

Liebe Grüße

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s