Leben

Wut im Bauch

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Jeder kennt das Gefühl mal wütend zu sein und glücklich ist jener, bei welchem es sehr selten vorkommt.

Nun bin ich, kann man schon so sagen, ein sehr ruhiger und vielleicht auch etwas zu ernster Typ Mensch. Dennoch bin ich sehr selten wütend und richtig wütend war ich noch viel seltener im ganzen Leben, das kann ich an einer (höchstens zwei) Hand abzählen.

Doch scheint etwas in mir gebrodelt zu haben. Etwas das stetig den Wuttopf gefüllt hat.

Denn letzte Woche war es tatsächlich so weit und das um 2.30 Uhr nachts… der Auslöser war banal und tut hier nichts zur Sache, das was darauf folgte hat mich so überrumpelt.

Ich lag nämlich danach wach und ich war sowas von wütend, auf alles und auf jeden ! Im Laufe der Nacht ging ich jeden einzelnen Menschen durch den ich kenne / kannte und jeden Ärger mit und jede Wut die ich auf diese Person hatte. Und da gab es so einiges ! Ich kam einfach nicht zur Ruhe.

Sachen die ich nie ausgesprochen habe kamen hoch. Dinge die ich den Personen nie so an den Kopf werfen würde oder geworfen habe – mich aber so dermaßen geärgert haben oder noch ärgern.

Sogar Wut auf mich selbst kam hoch, aus so manchem Grund.

 

Die Wut staute sich im Bauch förmlich auf.

Und das wohl schon über die letzten Jahre.

 

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Wenn wundert es da, wenn im Bauch Entzündungen „wüten“ ?

Und das diese nicht zur Ruhe kommt?

 

In diesem Moment wusste ich nicht wohin mit meiner Wut und meinem Ärger. Mein Mann schlief und ihn wollte ich nicht wecken – auch nicht das Kissen auf der Couch lautstark verprügel. *grinst* Man möchte es ja in dem Moment anschreien, stellvertretend für die Person der man gerne mal den Kopf waschen möchte, aber das am besten nicht um 3 Uhr nachts, wenn alle schlafen.

Einmal um den Block laufen wollte ich in der Dunkelheit auch nicht.

Also was macht man?

Ich habe meinen Ärger „rausgeschrieben“ (geschmückt mit vielen Schimpfwörtern, welche ich im normalen Sprachgebrauch nicht benutze – einfach geschrieben, was so aus mir raus wollte) . Den ganzen Kummer schrieb ich der Person, die mir mein Leben lang schon nahe steht, meiner Mum. Sie war es auch, die mich beruhigen konnte und mir half. Auch um 3 Uhr nachts.

Danke für deine Hilfe und dein Verständnis !

So etwas hatte ich in der Art noch nicht erlebt. Zumindest kann ich mich daran nicht erinnern.

Wut ansich kommt mir nur vage bekannt vor, aus einer Zeit vor meinem Leben hier in Hessen. Nur diese Wut war anders. Damals war ich ohnmächtig in meiner Wut. Ich lies sie raus, aber es brachte nichts, half mir nicht und ich war verzweifelt. Und es wiederholte sich, wie ein Teufelskreis.

Jetzt  war nur Wut da – keine Verzweiflung oder Ohnmacht. Sie war zwar sehr stark, aber ich  konnte sie mit dem „schreiben / drüber reden“ abbauen und blieb Herr über meine Gefühle. Es war nur die Wut da und die Wut war danach auch weg und ich verspürte Erleichterung.

 

Wie kann man nun verhindern, dass sich wieder soviel Wut aufstaut?

Und wie nimmt man die Wut aus dem Bauch, damit dieser sich wieder beruhigt?

 

 

Ab und zu regt man sich mal kurz über etwas auf, das ist ganz normal. Doch was macht man mit Dingen die einen bei Personen aufregen, welche im direkten Umfeld sind und was man der Person normal so nicht sagt? Ich zumindest mache das normal nicht, sofern es nicht mich persönlich betrifft / angreift.

Darf man der Person sagen, was einem nicht passt, auch wenn man weis, dass diese dann sehr empfindlich darauf reagiert und man dadurch den „Hausfrieden“ stört?

Schluckt man den Ärger darüber runter oder denkt sich nur seinen Teil,  damit es oberflächlich harmonisch bleibt? Riskiert dabei weiterhin einfach nur zuzu sehen, wie die andere Person ihre Lebenszeit vergeudet, ihre Gesundheit risikiert und ein Verhalten an den Tag legt, was unhöflich einer anderen geliebten Person gegenüber ist.

Auch habe ich Angst davor, wenn ich den Ärger so rauslasse wie er kommt, dass ich ein falsches Bild von mir vermittle und andere schlecht von mir denken. Selbst, wenn es nur ein mal vorkommt das ich vor Wut platze.

Soll man dennoch alles rauslassen?  Eigentlich sagt man, wenn alles in der Beziehung zu den Menschen  in Ordnung ist, kann man mit diesen über alles wichtige reden.

Ach vielleicht mach ich es auch wieder zu kompliziert.

Da hilft wohl am besten ein Gruppengespräch. Alle auf die Couch und zuhören, ohne laut werden zu müssen. Wir werden sehen, ob ich den Mut dazu aufbringe.

 

Mut zur Wut !

 

Klärende Gespräche führen, gerade weil einem andere und man sich selbst wichtig sein sollte. Diplomatisch, höflich und soweit es geht ruhig.

Die Wut nicht immer in sich reinfressen oder den Ärger hinunter schlucken.

Mal sehen was die Tage bringen und ob ich es wagen werde. Tief im Inneren bräuchte ich dieses Gespräch endlich mal, einfach um das raus zulassen was mich bedrückt, was mir Sorgen und Kummer bereitet und vielleicht hilft es der eine oder anderen Person, selbst darüber nach zu denken und etwas (für sich selbst) zum besseren zu ändern.

Die Wut auf vergangene Personen und Ereignisse sind da schon eine andere Sache. Da könnte entweder noch ein Seelenanteil fehlen / Schaden genommen haben und man behilft sich da am besten mit Meditation oder eine Seelenrückholung.

Bei der Wut auf sich selbst braucht man dringend mehr Akzeptanz und Selbstliebe. Verständnis für das eigene Tun oder Nichttun und die richtigen Schritte hin zu dem eigenen Weg, welcher den Teufelskreis durchbricht und einem das Gefühl gibt glücklich und zufrieden mit sich selbst zu sein – sich selbst zu Lieben so wie man ist.

 

Wie geht ihr mit solchen Situationen um? Oder generell was macht ihr bei Wut im Bauch?

 

Liebe Grüße

Signarita

6 Kommentare zu „Wut im Bauch

  1. Du hast dich wohl reingesteigert und da kam die gesamte angestaute Wut hoch: Das Fass ist übergelaufen. Man sollte das immer gleich ansprechen, wenn einem etwas nicht passt. Das Aufstauen kann zu ernsthaften Krankheiten führen (Magengeschwür und Schlimmeres).

    Alternativ könnte man die Wut auch bei einer Vertrauensperson loswerden. Wenn man seinem Partner den Vorfall erzählt und dieser mit Verständnis und Trost reagiert, geht es einem schon besser. Und wenn man dann noch „Ausgleichs“-Sport betreibt, dann wird die Wut in Bewegung eliminiert. Joggen wäre ein guter Anfang, denn beim lockeren Laufen oder auch schon beim zügigen Gehen, baut man negative Energie ab, dazu die Natur und die frische Luft in den Lungen .. Soll auch Glückshormone ausschütten. Ja, es ist sogar ein Erfolgserlebnis, wenn man den inneren Schweinehund besiegt und sich erstmal freigelaufen hat.

    Ich drück mir die Wut auch hin und wieder auf der Hantelbank aus den Rippen. Weiß nicht, ob meine Worte dir was gebracht haben, aber ich habs versucht. Mut und Zuversicht für dich 🙂

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    1. Vielen herzlichen Dank für deine Worte ! 🙂

      Das sich die Wut angesammelt hat, das glaube ich auch. Sie kam so plötzlich an die Oberfläche. Man denkt es geht einem gut und alles ist in Ordnung, man geht ins Bett und *zack* ist da plötzlich diese Wut. *seufz* So kenn ich mich wie gesagt ja garnicht.

      In dem speziellen Fall der mich sehr beschäftigt, kann ich mit den beiden wirklich lieben Personen nicht so direkt sprechen, da es „eigentlich“ nur die zwei betrifft und wir (mein Mann und ich) bereits öfter versucht haben zu helfen bzw. die Probleme ansprachen und es nichts half. Er kann mittlerweile loslassen und sagt „Es ist ebenso, man kanns nicht ändern. Punkt.“ Bei mir arbeitet es dennoch und ich überlege hin und her und hab da eben so eine Art „Helfersyndrom“. 🙂 Da werde ich wohl auch lernen müssen loszulassen.

      Das mit dem Sport ist wirklich ein guter Tipp. Ins Laufen müsste ich erst wieder finden. Wie du so schön sagtest, „der Schweinehund“ muss erstmal überwunden werden. Hatte schon gedacht, dass ich mir einen Boxsack hole um mal ordentlich Dampf abzulassen. 😉

      Vertrauenspersonen habe ich in meinem Leben und sie kennen die Problematik. Reden hilft da wirklich viel, aber es löst ansich noch nicht das Problem selbst ( in dem einen Fall jetzt).

      Liebe Grüße!

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      1. Es gibt auch eine psychische Störung, bei der man ständig eine unerklärliche Wut mit sich rumträgt, die sich ständig einen Anlass sucht, Dampf abzulassen. Schlägertypen wissen oft gar nicht, woher ihre Wut kommt, aber diese resultiert daraus, dass ihnen als Kind immer etwas gefehlt hat, sei es nun Aufmerksamkeit, Zuwendung oder Liebe .. Das Borderlinesyndrom ist tückisch, weil die Stimmung des Betroffenen schnell umschlagen kann und man sich schneller Feinde als Freunde macht.

        Aber das mit dem Boxsack ist schon eine gute Idee. Jeder sollte einen Boxsack im Keller haben, wo er seine Aggressionen ablassen kann. Gerade in Firmen sollten die überall hängen .. Allein der Gedanke an den Boxsack befreit ..

        Du musst lernen, dass du andere Menschen in ihrem Sein und Handeln respektieren musst. Du kannst sie bestärken, aber niemals beurteilen oder ändern .. Das Helfersyndrom ist ja auch eher eine Flucht vor seinen eigenen Problemen zu denen der anderen.

        Im Internet schreiben ist übrigens auch eine gute Eigentherapie. Schreib dir die Wut von der Seele. Notfalls schreib mir ne Mail. Ich bin ein guter Zuhörer .. Gute Nacht LG Sven

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      2. Psychische Störungen, unteranderem das von dir genannte Borderlinesyndrom, sind wirklich nicht leicht für die Betroffenen zu händeln und sie haben mein vollstes Mitgefühl. Viele wissen auch nicht wie sie damit richtig umgehen sollen (Beispiel Schlägertypen), oder überhaupt, dass sie davon betroffen sind – ganz zu schweigen davon, wie sie Hilfe in Anspruch nehmen könnten bzw. sich selbst helfen. Solche Störungen können sprichwörtlich „selbstzerstörerisch“ sein und das ist wirklich traurig.

        Doch was tust du wenn du so einen oder einen ähnlich „selbstzerstörerischen“ Fall in deinem geliebten, direkten Umfeld hast?

        Man kann sie aktzeptieren, doch wegsehen, zusehen wie sie ihr Leben wegwerfen? Hm, empfinde ich als schwierig.

        Ja, ich akzeptiere durchaus, dass die Personen so sind wie sie sind (wenn du wüsstest was ich so alles toleriere *grinst*). Auch respektiere ich die Personen und dennoch kann man sich Sorgen machen, und überlegen, wie man helfen könnte. Denn wenn etwas schlimmes passiert und man selbst nicht zumindest versucht hat zu helfen, bereut man es, wenn es zu spät ist.

        Und ja, sollte dies der Fall sein, dann akzeptiere und respektiere ich auch, dass die Personen sich ihr Schicksal so selbst gewählt haben, es ist ihr Leben und würde ich damit nicht mehr täglich konfrontiert werden, wäre es vermutlich einfacher „darüber hinweg zu sehen“, und sie einfach so „leben zu lassen“.

        Bei mir nicht nahestehenden oder entfernter befreundeten Menschen kann ich durchaus leichter loslassen und weis, es ist ihr Leben. Bitten sie um hilfe, helfe ich ihnen, tun sies nicht, darf man zwar einmal (nicht ständig) etwas sagen, aber das wars dann auch schon. Sie tragen selbst die Verantwortung für ihr Leben / Körper etc.

        Jeder hat sein Päckchen zu tragen und bekommt die Aufgaben gestellt, die man in diesem Leben bewältigen und aus denen man lernen muss. Diese „Probleme“ bekommt man solange in irgend einer Form wieder und wieder vor die Füße gelegt, bis man es geschafft sie zu lösen. Davon bin ich fest überzeugt. Man muss dabei nicht die Probleme anderer lösen, dafür sind wir nicht da, sondern wir kümmern uns um unsere eigenen. Diese können wiederum andere beeinflussen, sie motivieren, ihnen helfen bzw. Lösungsansätze bieten.

        Zum Helfersyndrom kann ich für mich nur soviel sagen, dass es definitiv Abstufungen gibt.
        Es gibt durchaus Personen, die treiben das Helfen soweit, dass sie sich dabei ganz vergessen / aufgeben und nur noch für die anderen da sind (was dann schon zu den psychischen Störungen zählt), dann folgen die Abstufungen bis hin zu einer Form, die ich zumindest für nötig halte, da es sich einfach um Höflichkeit handelt und „das macht man halt so“. Man hilft deinen Lieben beim Einkauf / tragen von Wasserkästen oder den Eltern wenn Holz zu machen ist, oder man übernimmt mal eine Schicht für die Kollegin, damit sie zu einem Geburtstag kann. Gäbe es eine Stufenskala bei diesem Syndrom und 10 wäre dabei die „pure Selbstaufgabe“ und 1 reine, erzogene Höflichkeit, dann würde ich mich mittlerweile bei 4-5 einstufen ( ich war damals auch schon bei 7-8, teilweise 9).

        Auch wenn es für mich einfach dazu gehört anderen zu helfen und ich wünschte ich könnte es bei manchen sogar mehr, gebe ich mich nicht (mehr) selbst dabei auf. Wenn ich mich nicht als erstes selbst um mich kümmere, mich aktzeptier und liebe, kann ich dies auch nicht wirklich an andere weitergeben. 🙂

        Bestärken klingt gut, beurteilen wird man vermutlich immer ( und wenn es reflexartig für einen kurzen Moment ist) – das unterscheidet man dann eher vom „verurteilen“ (was man nicht tun sollte), und ändern ist immer so eine Sache. Man kann Menschen in einem gewissen Maß ändern (beeinflussen), aber nur, wenn sie es selbst wollen / tun, in dem man sie unterstützt und ihnen hilft (wenn sie es wollen). 😉

        Danke für das Angebot. Selbst bin ich auch immer die, die zuhört und von daher bin ich auch froh diesen Blog zu haben oder für mich privat einfach Einträge zuschreiben. Wie du so schön sagtest, man schreibt sich das von der Seele und meistens fühlt man sich dadurch auch leichter im Herzen.

        Liebe Grüße

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      3. Gefällt mir gut, was du schreibst. Ich denke genauso, nur geh ich selten so ins Detail, kürze immer irgendwo ab .. Du bist ein Mensch mit Herz und Seele und Verstand. Lass es dir gut gehen und hab eine schöner Restwoche. Ich war heute schon mit den Stöcken eine Stunde unterwegs. Super Wetter tagsüber. Nachts jedoch leider noch Frost und morgens Scheibenkratzen angesagt .. LG Sven 🙂

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      4. Vielen Dank. 🙂 Mit „knappen“ Antworten oder Worten tu ich mich noch schwer, aber ich lerne noch dazu. Ich möchte mich gerne so ausdrücken, dass mein Gegenüber auch wirklich versteht was ich meine und es zu keinen Missverständnissen kommt.

        Ja, heute war wirklich ein schöner, sonniger Tag, selbst wenn wenn mir persönlich kühles Regen-/Herbstwetter lieber ist. Und irgendwie haben wir Wetter ähnlich dem April (die Osterhasen stehen ja schon seit einiger Zeit im Verkaufsregal…).

        Ich wünsche dir auch noch eine schöne Zeit und lass es dir auch gut gehen!

        Liebe Grüße 🙂

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