Für Erfolg schämen?

 

In welcher Welt leben wir eigentlich?

Das man sich für seinen Erfolg und seine Leistungen schämen muss.

Das man sich klein macht um ja nicht aufzufallen.

Das man ja nicht Neid und Missgunst auf sich zieht oder aus der gewählten Gruppe fliegt, ausgegrenzt wird.

Das man seine eigenen Leistungen runterschraubt, sein Licht sprichwörtlich unter den Scheffel stellt und sein eigenes Potenzial unterdrückt.

Das man sich irgendwann einredet „Ach ich kann das nicht, darin bin ich eh nicht gut.“ , weil man das genau aus den oben genannten Gründen damals bis heute einfach so glaubt.

 

Was veranlasst andere Menschen (oder auch sich selbst?), vielleicht sogar nahestehende Personen dazu, ein Mitglied der eigenen Gruppe runter zu putzen oder klein zu halten, zu schikanieren und ihm somit Steine in den Lebensweg zu legen? Gerade in jungen Jahren, in denen man sich kaum vernünftig dagegen wehren kann, es garnicht realisiert, eh mehr mit dem Bauch / den Hormonen als mit dem Kopf entscheidet und meistens nicht dabei an die eigene Zukunft denkt, ist das gefährlich für das eigene Selbstwertgefühl.

 

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Kennt ihr so etwas auch und sei es nur in einem einzigen Bereich eures Lebens?

Wurdet ihr vielleicht auf dem Schulhof wegen irgend etwas gemobbt?

Oder vielleicht habt ihr euch hinter der Gruppe versteckt und auch „klein gemacht“, damit ihr ja nicht auffallt, sei es als „doofer Streber“ oder „dummer Aussenseiter“?

Vielleicht habt ihr selbst mitgemacht oder wart sogar der, der andere gemobbt hat?

 

Nun mir wurde in den letzten Tagen, in welchen ich immer öfter über meine Vergangenheit nachdachte mehr und mehr bewusst, was so alles schief lief und was mich damals unbewusst tief geprägt hat. Den Zeitraum den ich meine, liegt in meiner Kindheit und Jugendzeit.

 

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In meiner Schulzeit habe ich es nicht so wahrgenommen, obgleich ich darunter sehr gelitten habe – meine Mum weis von langen, tränenreichen und kummervollen Spaziergängen mit mir. Ich wollte einfach dazu gehören und habe selbst versucht mich so gut es geht zu behaupten und mischte selbst mit, um dadurch vermutlich von mir selbst abzulenken. Hierbei entschuldige ich mich hochherzlich bei all jenen die ich mal negativ in die Pfanne gehauen habe oder denen ich das Leben schwer gemachte habe. Auch dies gab es in meiner Vergangenheit und es tut mir sehr leid.

Dies beantwortet wohl auch ein paar Fragen von ob.

Die „Anderen“ haben vermutlich genau so agiert. Sie wollten ihre eigenen Schwächen, oder was sie dafür hielten, ausgleichen und vertuschen, in dem sie auf anderen herum hackten und ihr Können runterspielten oder Nichtkönnen lautstark belächelten. Ich denke die wenigsten taten das aus reiner Boshaftigkeit.

Somit kann man ihnen und auch mir selbst keinen Vorwurf machen nehme ich an und kann dadurch ihnen wie mir selbst vergeben.

 

Doch wie kam ich nun auf das Thema?

 

Ich habe ja bereits öfter darüber berichtet, dass ich in der Schule nie gelernt habe zu lernen und auch meine Prüfungen wie auch Abschlüsse ohne „hinsetzen und lernen“ bestanden habe. Es kamen somit Noten dabei heraus, welche nicht meinem „Leistungspotenzial“ entsprachen und wer weis, wie meine Noten mit richtigem Lernen ausgesehen hätten oder wenn ich sogar damals aufs Gymnasium gewechselt wäre. Nun das hab ich eben nicht getan. Es ist nun wie es ist.

Als ich so meine alten Zeugnisse und Jahresabschlussfotos durchsah, bemerkte ich unter anderem folgende Urkunden.

 

 

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Vielleicht kennt sie der ein oder andere noch von damals. Hiervon gab es noch je nach Punkten in absteigender Reihenfolge Sieger- und Teilnehmerurkunden.

Diese Veranstaltungen haben einmal im Jahr stattgefunden und machten mir riesen großen Spaß. Ich liebte Sport und war gerne draußen.

Bis zu einem gewissen Zeitpunkt, dann hatte ich einfach keine Lust mehr, war frustriert, traurig und hatte Angst.

Nicht, weil ich schlechter wurde oder meine Leistung nachgelassen hätte. Nein das war nicht der Fall. Sondern weil ich zum Ende der Hauptschulzeit (7-8 Klasse) immer den selben Spruch von meinen „Freundinnen“ hörte „Ach du bekommst doch eh wieder eine Ehrenurkunde….“ der O-Ton lautete dabei wie folgt für mich: „Das ist doch nix wert und nix neues bei dir. Wir jubeln nur, wenn eine von uns die mal bekommt.“ Was sie auch taten, da sie meistens Siegerurkunden bekamen, wurde für die ein oder andere richtig gejubelt und applaudiert sobald sie eine Ehrenurkunde erhielt… bei mir wurde nur „weil mans halt macht“ geklatscht.

Das Gleiche Phänomen sah ich auch an meinen Noten. Die ersten Jahre waren super . Auch hier lernte ich nur vom Unterricht selbst, aber es machte Spaß! Ich hatte richtig Spaß daran Neues zu lernen und machte überall gerne mit. Meine Noten bewegten sich so zwischen 1 und 3. Doch das änderte sich abrupt zur 7-8 Klasse… zum selben Zeitpunkt wo ich auch mit dem Sport aufhörte.

Ich hörte auch hier immer die selben Sprüche von jenen welche ich zuvor nicht verlassen wollte um ins Gymnasium zu wechseln…: „Du bekommst ja eh wieder ne 2. Du musst dir ja eh keine Sorgen um deine Noten machen. Ist ja nichts besonderes.“

Die Folge daraus war, dass ich mich absichtlich nicht mehr anstrengte. Es schlichen sich 4er und auch der ein oder andere 5er in die Prüfungen nur um als „Normal “ zu gelten.

Es folgte daraus auch, dass ich mich zurück zog (das was ich eigentlich in der Gruppe vermeiden wollte). Um auch ja „unauffällig / normal zu sein“ wurde ich dicker und versteckte mich hinter weiten, dunklen Klamotten. Ich wurde nicht so „dick“ oder „fett“ (wie sie es nannten) dass sie mich deswegen hänseln würden, aber auch nicht super toll schlank und weiblich, als dass ich schöner wäre als sie. Verkorkst oder?

Nun, ich mache ihnen keinen Vorwurf, sie waren einfach so wie sie waren und wussten es nicht besser. Vielleicht würden sie heute anders handeln. Wer weis?

Wahre Freunde sollten sich eigentlich für einen freuen, wenn man etwas erreicht oder gut macht. Das weis ich heute.

Auch wenn ich die Vergangenheit nicht ändern kann und „was wäre wenn Spielchen“ hier nichts bringen,  was lerne ich wirklich daraus?

 

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Ich bin stolz auf meine Leistungen !

Ich stelle mein Licht nicht unter den Scheffel!

Ich gebe mein Bestes –  FÜR MICH SELBST!

Ich lasse mich von niemandem klein machen, auch nicht von mir selbst!

Ich kann und werde mein Potenzial ausschöpfen!

Ich werde niemanden auslachen, weil er etwas nicht kann. Er kann sicher etwas anderes dafür besser als ich !

Ich werde mich für andere freuen, wenn sie etwas gut machen oder besser als ich!

Ich distanziere mich von Menschen die Negatives gegen mich und meine Leistungen sagen! (damit ist nicht die konstruktive Kritik gemeint)

Ich habe weiterhin Spaß am Lernen und Wachsen!

Ich muss niemandem etwas beweisen, auch nicht im für mich negativen Fall!

Ich darf gut sein und besser sein als andere!

 

 

 

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Versteht mich hier bitte nicht falsch. Das heisst nicht, dass ich nun Lobeshymnen über mich und mein Person, sprich meine Leistungen, ablassen werde.

Ich werde nur eben, wenn ich etwas Tolles erreicht habe oder gut kann frei sagen :

 

Oh da bin ich stolz auf mich!

Das hab ich gut gemacht!

Ich bin froh dieses oder jenes gut zu können!

 

Und nicht wie damals behaupten, ich könne etwas nicht und überspiele oder schlimmer noch, mache meine Leistungen „unbedeutend/schlecht“.

Dies hat weder etwas mit Prahlerei, noch mit Selbstverherrlichung oder Egoismus zu tun. Hierfür wären Beispiele wie folgt: „Ich bin viel besser als du!“,“ Seht her was ich ALLES kann und das so super toll!“ oder „Das was du machst ist doch nichts, schau wie super ich das mache!“, „Ich bin der einzige der das so erstklassig macht!“,“ Ich bin der schlaueste/schönste/freundlichste Mensch auf Erden!“

Ich denke das findet jeder auf den ersten Blick erstmal unsympathisch. Solche Menschen mögen verschiedene Gründe haben, warum sie so handeln oder reden. Was dahinter steckt weis vielleicht nur er selbst. Fehlendes Selbstbewusstsein oder Angst vor Fehlern könnten Gründe hierfür sein. Ja, genau fehlendes Selbstbewusstsein.  Gerade WEIL sie so auf den „Putzhauen“, versuchen sie ihr wahres Ich und auch ihre Fehler oder welche sie dafür halten zu überspielen und tragen groß auf mit Taten oder manchmal sogar nur mit vielen Worten (viel Wind um nichts), um davon abzulenken. Vielleicht haben sie sonst Angst davor, nichts wert zu sein und müssen immer der „Beste“ sein – ob sies nun wirklich sind oder nur so tun als ob. Sicher, wir wissen das jene Menschen psychologisch vermutlich irgendwo in ihrer Vergangenheit dieses Programm als Schutzmechanismus installiert haben und sie auch ohne diese Prahlerei und mit weniger Tam-Tam einen Selbst“wert“ haben. Doch dies müssen sie erst selbst erkennen. Man könnte hier nur Hilfestellung anbieten. In schlimmeren Fällen bräuchten diese therapeutische Hilfe. Da dieses Verhalten auch leicht mit versteckter Depression einhergehen könnte.

Dies diente nun zur Klärung für jene, die mich vielleicht missverstanden haben oder denken ich wolle mich hier und zukünftig über alle Maßen „selbstprofilieren“.

In gewisser Weise möchte ich mich und  meine Leistungen und mein Können auch zeigen – einfach mein Ich. Ich möchte öffentlich auch stolz darauf sein und mich nicht verstecken. Ich zeige somit auch irgendwie mein „Selbstprofil“, aber in einem wie ich hoffe,  gesunden, natürlichen Maße.

Dies muss man aber auch erst finden, wenn man es nicht von kleinauf gelernt hat. Kinder reagieren (sofern sie in der Erziehung nicht verkorkst werden) instinktiv richtig und freuen sich über ihre Erfolge und Leistungen. Sie lachen, wenn ihnen etwas gelingt und sind stolz, wenn sie etwas Neues lernen/können. Somit lernen sie mit Freude und spielerisch leichter als wir. Babys sind sogar stolz und froh über ihre „natürlichen Erzeugnisse“, welche sie „selbst hervorgebracht“ haben.

 

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Genau das möchte ich auch wieder können. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt das Aufsuchen des Badezimmers, sondern die Leistungen in den Bereichen Sport, Hobby und Lernen. *zwinker*

Es wird nicht einfach sein. Manchmal werde ich in alte Muster fallen und wenn ich etwas Tolles geschafft habe, könnte es sein, dass ich es weder erwähne, noch vor anderen positiv äußere. Vermutlich werde ich noch eine Weile Angst davor haben etwas Neues zu lernen oder zu üben, weil ich dann denke: „Oh aufpassen! Nicht das du besser bist als irgendjemand anderes, du könntest ja vielleicht gut sein – lass es lieber!“ Das wird mir wohl erstmal die meisten Probleme bereiten.

Wer weis, vielleicht falle ich ja auch kurz ins andere Extrem und übertreibe mit meinen Taten bzw. das reden / schreiben darüber, was man dann als Prahlerei bezeichnen könnte. Hier wäre ich um Anmerkung und Hilfestellung dankbar! Ich versuche aber die Balance zu finden und mal sehen wie es klappt.

Doch so seht auch ihr, dass ich meine „Lernschwäche“ die ja eigentlich keine ist, darauf zurückführen kann, dass ich mich selbst gebremst und klein gehalten habe.

„Ja nicht lernen! Bloß keine guten Noten schreiben, sonst wirst du als Streber dargestellt oder schlimmer noch – aus der Gruppe geworfen! Zeig bloß nicht, dass du etwas gut kannst und fall ja nicht negativ (was ja eigentlich eher positiv wäre) auf!“

Ich bin froh das ich dies in dem Zusammenhang nun erkannt habe. Erst wenn man den Ursprung des Problems kennt, kann man wirklich am Problem selbst arbeiten.

Diese Gedanken wie eben beschrieben liefen damals (wie auch heute, bis zu dem Zeitpunkt) unterbewusst hab. Ich habe mich nie selbst mit voller Absicht bestraft /gebremst. Die plötzliche Abneigung gegen Sport, das daraus resultierende Dickwerden, weite/dunkle Klamotten tragen und schlechtere Noten schreiben war alles ein Automatismus in Folge dieses Unterprogramms!

Nun kann ich aktiv und bewusst dagegen wirken und immer, wenn ein Widerstand beim Lernen / Üben auftaucht z.B. noch vor dem Anziehen um Joggen zu gehen oder ein Workout zu machen oder noch vor dem „in die Hand nehmen der Ukulele“, weis ich dann bescheid, da mir diese Dinge Spaß machen und ich sie EIGENTLICH gerne mache!

 

AHA!

 

An dem Punkt setzt das Programm ein und ich kann gegensteuern.

Zum Beispiel könnte ich mir dann mit Affirmationen helfen, wie „Ich laufe gerne in der schönen Natur! Es macht mir Spaß Sport zu machen! Ich habe ein wundervolles Ziel und werde schöner und fitter dadurch! Es tut mir einfach gut!“ oder im Falle Ukulele: „Es macht mir Freude Ukulele zu spielen! Ich liebe ihren Klang! Ich mache das schon gut für den Anfang!“

Wichtig ist bei mir auch, sich darüber im Klaren zu sein, dass NIEMAND da ist, der mich wegen meiner Fähigkeiten oder meines Könnens auslacht, ausgrenzt oder schlechtmacht. Ich muss mich auch niemandem Beweisen, in dem ich „schlechter“ bin als er / sie.

Schon irgendwie ironisch oder?

Es war mir sehr wichtig dieses Thema in einem Blogeintrag festzuhalten, sowohl für mich, als auch für all jene die diesen Artikel lesen und denen dieser vielleicht auch dabei helfen kann, wieder an sich selbst und ihre Fähigkeiten glauben zu können.

Danke, dass ihr bis hierher gelesen habt!

Ich wünsche euch ein wundervolles Wochenende!

Liebe Grüße

Signarita

 

 

Leben

Yvonne View All →

Hej !
Ich heisse Yvonne und begrüße dich ganz herzlich auf meinem Blog über ganzheitliches Leben.
Gesundheit - Ernährung - Fitness- Yogini - Bio - Lebensfreude

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