Lebenswege und „Was wäre wenn..?“-Spielchen.

 

 

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„Alles hat seine Zeit!“

„Alles hat im Leben seinen Sinn und man kann daraus lernen!“

Daran glaube ich ja ganz fest und dennoch ertappe ich mich manchmal beim Grübeln und spiele das „Was wäre wenn…?“ bzw. „Was wäre gewesen wenn….?“ – Spiel.

Vorne weg – es ist eigentlich unsinnig sich darüber Gedanken zu machen, was passiert wäre, hätte man sich in der Vergangenheit anders entschieden oder wäre einen anderen Weg gegangen. Man kann es rückwirkend nicht ändern und man wäre heute vermutlich auch jemand ganz anderer. Das JETZT ist es was zählt und die Entscheidungen die du jetzt triffst!

Sollte man dieses „Spielchen“ dennoch spielen, sollte man sich darüber es bewusst ohne Reue, Schuldgefühle, Bedauern oder gar Wut spielen. Man sollte sich distanzieren und es als Außenstehender betrachten – wie einen Film. Vielleicht noch mit dem Kommentar: „Achja, interessant. So hätte es auch sein können. Punkt.“ Nicht mehr und nicht weniger.

Sicher fällt es manchen Menschen schwer dies so leicht, locker und vorallem mit Abstand zu betrachten. Vermutlich landet daher auch so manch einer in einer Gedankenspirale oder wird über „vertane Chancen“ depressiv.  Hier würde es  helfen das „STOP – Sagen-Prinzip“ anzuwenden oder ähnliches, aber darum soll es jetzt hier in dem Blogbeitrag nicht gehen.

 

Es geht um Lebenswege  und das „Was wäre passiert, wenn ich…?“

 

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Oft stehen wir ja an einem Scheideweg und entweder entscheiden wir spontan mit Hilfe unseres Bauchgefühls welchen Weg wir wählen (was meistens der bessere ist – bei mir zumindest) oder entscheiden rational, „logisch“ und vielleicht auch mit mehreren Tagen intensiver Überlegungen und Pro- und Kontralisten.

Persönlich habe ich meistens aus meinem Bauch heraus entschieden, seltener aus Angst (wobei man diesen Faktor nicht unterschätzen darf) und noch seltener „weil man das halt so macht“ bzw. weil es einem geraten wird.

Manchmal ist es eine gute Entscheidung, manchmal würde man sich rückwirkend vermutlich anders entscheiden.

Nichts desto trotz, hat wie gesagt, alles seinen Sinn und ich bin dankbar für meinen Weg  – auch wenn ich dabei soviel Lebenszeit „verloren“ habe.

Was passiert nun wenn ich dieses Spiel spiele?

 

Nun es gibt nur eine handvoll Situationen in denen ich mich einfach mal anders entschieden hätte. Was dabei am Ende und genau jetzt aus mir geworden wäre? Wer weis? Dafür ist die Kausalkette doch etwas zu lang und man kann nur Vermutungen anstellen. Lustig ist es dennoch darüber nach zu denken.

Meine erste  Entscheidung, bzw. was ich anders gemacht hätte, wäre gewesen, ab der 4. Klasse ins Gymnasium zu wechseln. Aufmerksame Leser wissen bereits warum ich es nicht getan habe – es ganz banal, ich wollte nicht von meinen damaligen Schulfreundinnen weg. Punkt. So einfach sind Kinder gestrickt – das Jetzt zählt und nicht das „was könnte in Zunkunft aus dir werden, wenn…“

Mich würde auch interessieren, was passiert wäre, wenn ich mit 13 Jahren ins katholische Internat St. Marien (wie meine Mum) gegangen wäre. Ich wäre dann ausgebildete Erzieherin geworden und nicht Medizinische Fachangestellte. Wäre ich trotzdem mit 20 aus der Kirche ausgetreten? Angemeldet war ich bereits am Internat, hab mich aber dann doch für die M10 entschieden. Das war die neu eingeführte 10. Klasse die man nach dem Quali (Hauptschule) besuchen konnte, um in einem Jahr den Realschulabschluss zu machen.

Danach kam die Entscheidung, die 12. Klasse der BOS zu wiederholen um mir die Probezeit in der 13. zu sparen und im nächsten Abschlusszeugnis bessere Noten zu haben. Ich bin somit „freiwillig und mit voller Absicht“ sitzengeblieben. Wie man das schafft? Man gibt einfach leere Probenblätter in 1-2 Fächern ab um den Schnitt zu drücken… Ich war zu dem Zeitpunkt ganz auf dem Trip:

 

„Ich werde endlich mehr lernen, ich bin glücklich alleine in meiner ersten eigenen Wohnung, geh nebenbei Arbeiten, hab tolle Freundschaften, unternehme viel UND mache Sport/nehme ab“.

 

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Bis dahin war alles super soweit. Tja, dann fing das neue Schuljahr an und erstmal lief auch alles gut. Danach kam wieder eine wichtige Entscheidung, bei der ich heute zwiegespalten bin, denn ich lernte meinen Exmann kennen und lieben, versumpfte mit ihm in der Onlinespielewelt und ALLES was vorher war, war nichtmehr wichtig. Ich machte zwar die 12. Klasse fertig und schloss sie mit der Fachhochschulreife ab und begann auch die 13. Klasse, aber hier war ich schon viel zu sehr in diesem Sumpf versunken – steckte fest. Also verließ ich die Schule einfach von heute auf morgen (spontane Bauchentscheidung…fühlte sich zu dem Zeitpunkt auch gut an) und arbeitete / studierte im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter.

 

Doch die Krux ist, wie hätte ich mich anders entschieden und für was/wen?

Die 12.Klasse nicht wiederholen, einfach durchziehen und die 13. ordentlich weiter machen? Vermutlich wäre das die beste Lösung gewesen? Ob das mit meiner Beziehung so möglich gewesen wäre? Vielleicht.

Und was wäre, wenn,  und da kommt der Entscheidende Faktor, ich mich nicht auf eine Beziehung mit meinem Exmann eingelassen hätte. Sozusagen alleine weiter in meiner Wohnung geblieben wäre, mein Leben gelebt hätte? Hätte ich ohne seinen Einfluss (dies ist keine Schuldzuweisung, schließlich bin ich ja selbst für mein Leben verantwortlich) auch die 13. abgebrochen oder wäre in diesem Onlinespiel soweit versumpft?

Rückblickend glaube ich das nicht und hätte vermutlich mein Leben erstmal so weiter gelebt mit dem „glücklich, alleine in meiner Wohnung etc.“ Es wären andere Herausvorderungen gekommen und es hätten sich andere Wege aufgetan.

 

Wer weis, wer ich nun wäre und wo?

Interessant fand ich auch die Konsequenzen die sich ergaben als ich mich gegen die Diätassistentinnenausbildung, gekoppelt mit dem Ernährungswissenschaftsstudium,  entschied. Jeder der in dieser Richtung  beruflich tätig sein möchte, würde vermutlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und sagen: „Mein Gott, Kind! Wie kann man nur diesen Studienplatz und diese Chance in den Wind schlagen?!“

Und ja, es war eine große Chance und ich bin dankbar dafür, dass ich diese hätte wählen dürfen. Nur rein körperlich hätte ich diese Anstrengung über 3-4 Jahre hinweg nicht geschafft. Schon im ersten Jahr hätte mir (zudem Zeitpunkt) mein Körper durch meine Erkrankung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch wer weis?

Das was wirklich zählt, das was wirklich wichtig ist, ist folgendes:

Durch meine Entscheidungen die ich damals traf, wurde ich die, die ich heute bin.

Ich durfte meine beste Freundin / Seelenschwester kennenlernen und mache nun eine Ausbildung die besser zu mir passt. Und durch die Trennung von meinem Exmann,  habe ich meinen Liebsten / Ehemann kennen und lieben gelernt. Somit bin ich im Großen und Ganzen sehr glücklich über meinen Lebensweg, denn aus allen Stationen konnte ich etwas für mich und für mein künftiges Leben lernen.

 

Danke!

Im Nachinein fällt mir auf, dass sich diese Spielchen hauptsächlich auf „schulische Entscheidungen“ bezieht (bis auf die eine private). Ob mir das etwas Spezielles sagen soll? Ich denke das wäre ein guter Grund mal darüber nachzudenken, was man daraus noch lernen könnte.

Wie sieht es bei euch aus? Spielt ihr dieses Spiel auch öfter oder seid ihr doch eher reine Zukunftsmenschen?

Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit!

Liebe Grüße

Signarita

Leben

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Hej !
Ich heisse Yvonne und begrüße dich ganz herzlich auf meinem Blog über ganzheitliches Leben.
Gesundheit - Ernährung - Fitness- Yogini - Bio - Lebensfreude

3 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich spiele dieses Spiel auch gelegentlich und frage mich, wo ich heute stände bzw. wer ich wohl heute wäre, wenn ich hier und da vielleicht anders entschieden hätte… Tatsächlich sind es auch häufig schulische Entscheidungen, die ich dann hinterfrage. Ich lasse mich aber von diesen Überlegungen nicht beeinflussen und blicke frohen Mutes in die Zukunft. Es ist ja letztendlich auch gar nicht schlecht gelaufen für mich bis hierher.. 😉 LG Carina

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