Arsch-Engel

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Ja ihr habt richtig gelesen, es gibt tatsächlich sogenannte Arsch-Engel.

Jeder kennt sie, wird mit ihnen konfrontiert – sei es im Alltag oder auch privat. Es geht um die Art von Menschen über die man sich ärgert und welche sich genau so verhalten, wie man es gerade nicht möchte oder sich wünscht. Dazu gehören unhöfliche, unfreundliche, immer jammernde oder gar teilweise aggressive Menschen, sei es beim Einkaufen, in der Arbeit, im Urlaub, in der Familie selbst oder im Straßenverkehr.

Wenn man so einem Exemplar begegnet ist guter Rat teuer.

Geprägt hat den Begriff „Arsch-Engel“ Robert Betz, ein deutscher Seminaranbieter, Coach und Autor psychologischer Bücher.

Er sagt das nicht die Person selbst es ist, welche uns ärgert, sondern es ist das Gefühl, welches dadurch bei uns ausgelöst wird. Sie drücken sozusagen nur einen Knopf bei uns.

Drängelt sich zum Beispiel jemand bei der Kasse unverschämt vor, ist unser erster Impuls womöglich Empörung und Wut über das „unhöfliche Verhalten“.

 

Doch was zeigt uns dieses Verhalten wirklich?

 

Es holt ein Gefühl hervor welches schon zuvor dagewesen ist. Die Wut könnte sich auf einen Konflikt oder einen alten Glaubenssatz aus der Kindheit beziehen. Vielleicht wurde man vom eigenen Vater geschollten, wenn man sich selbst „unhöflich“ verhalten hat und das hat sich tief in unserem Inneren verankert und kommt in solchen Situationen wieder hervor.

Oder die Mutter mahnte uns damals immer weniger zu essen, da wir ja sonst „noch dicker“ werden würden und nun fühlen wir Neid und Eifersucht bei „schlankeren Frauen“ oder Wut, Enttäuschung gegenüber uns selbst oder gar ein Mangel an Selbstliebe / Selbstbewusstsein.

Die Arsch-Engel sind wie ein Spiegel und zeigen auf, was wir in uns selbst noch nicht ins Reine gebracht haben.

 

Es heisst aber auch ganz klar – man MUSS differenzieren!

 

Das heisst jetzt nämlich nicht, dass falsches Verhalten toleriert oder gar gefördert werden soll. Nein bestimmt nicht. Auch hat ein unhöfliches Verhalten oder dergleichen immer erst mit der Person selbst zu tun und nicht mit uns direkt.

Denn jeder ist Schöpfer seiner eigenen Welt und trägt die Verantwortung für sein Handeln!

Ist jemand zum Beispiel sehr unhöflich zu dir und schnauzt dich an, obwohl du weder etwas in der Richtung getan oder gesagt hast, ist die Person vermutlich selbst mit sich unzufrieden, hatte einen schlechten Tag oder ist einfach einer dieser „Bewohner“ (alles ist negativ im Leben – Jammerer) wie Tobias Beck es so schön ausdrücken würde.

Dennoch ist es wichtig so ein Ereignis genauer zu beachten und aufmerksam zu sein.

 

Löst diese Situation ein Gefühl in mir aus?

 

Bin ich dennoch ruhig und gelassen (nicht gleichgültig/egoistisch) – da ich mich von dieser Person und deren Verhalten nicht tangieren lasse bzw. mich von der Person differenzieren kann?

 

Glückwunsch!

 

So wünscht man sich das und man kann gelassener und glücklicher durch das Leben gehen.

 

Doch wenn ich mich über diese Person ärgere oder vielleicht sogar daraufhin in einen Konflikt mit dieser Person trete, dann muss ich genauer hinschauen und in mich hinein hören.

 

Warum löst das was die Person tut oder nicht tun dieses Gefühl in mir aus?

An wen erinnert mich das oder an welche Situation?

Was kann ich daraus lernen?

Was kann ich tun, um dieses Gefühl zu verstehen und schlussendlich los zu lassen?

Um diese Gefühle los zu lassen ist es erst einmal wichtig sie auch zu fühlen – nicht sie zu unterdrücken oder runter zu schlucken. Die Gefühle müssen gefühlt werden. Lass sie zu, spüre sie. Nur dann kannst du dich auch davon befreien.

 

Weine, sei wütend oder Lache !

 

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Dies ist kein Aufruf den Nachbarn (wegen sonntäglichem Rasenmähen) ein Baguette vor die Hütte zu kloppen, sondern – wenn du wütend darüber bist –  die Kraft deiner Wut zu nutzen und sie zu transformieren. Geh zum Beispiel Laufen und wenn es nur ein Sprint um den Block ist, damit du so richtig aus der Puste kommst oder räum die Wohnung auf (das kann sehr befreiend sein auf zweierlei Weise), evtl. ist es sogar der beste Impuls für den Gang ins Fitnessstudio.

 

Wichtig –  tue etwas das weder dich noch andere verletzt!

 

Als nächster Schritt spüre in dich hinein und ergründe warum du dieses Gefühl fühlst, warum es hochkommt oder woran es dich erinnert.

 

Du wirst überrascht sein, was da alles dahinter stehen kann oder wie weit diese Gefühle reichen.

Auch mir geht es so und diese Arsch-Engel stellen mich fast täglich auf die Probe. Leider sind es im Moment 2 in meinem Leben. Nicht mitgezählt die „kleinen, flüchtigen“ – wie Drängler, lahme Enten, unhöfliche Kunden/Menschen etc.

Die eine (1) lehrt mich auf provokative Art und Weise Geduld, Gelassenheit und Ruhe. Da heisst es oft „tiiiiiiief durchatmen“ und von vorne anfangen.

Die andere (2) zeigt mir ein Leben, welches ich so garantiert nicht führen möchte und tut eigentlich genau das Gegenteil von dem, was ich mir für mich und mein Leben wünsche. Um das vorne weg zu nehmen, es ist nicht mein Mann – aber eine Person in der Familie, was es umso schwieriger macht.

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Nun könnte ich mich sowohl über die eine, als auch über die andere jeden Tag tierisch ärgern und wütend sein, doch ich möchte für mich lernen besser mit diesen Situationen umzugehen.

Bei (1) ist es wie bei einer Windmühle, man kann dagegen nicht ankämpfen und man kann dieser Person leider nur unter umständen aus dem Weg gehen. Leider beeinflusst sie den Arbeitsalltag im negativen Sinne. Sie zeigt mir Verhaltensweisen auf, welche ich nicht für gut erachte. In manchen erkenne ich ein früheres Selbst (Jugendzeit) wieder und weis – so möchte ich nicht sein. Bei ihren Fehlern, Unsicherheiten und Vergesslichkeiten erinnert sie mich daran, wie „schwer“ es manchmal ist etwas Neues zu lernen oder man Rücksicht auf ältere Personen nehmen sollte.

Dennoch es ist oft eine harte Probe, auf die man gestellt wird.

Bei (2) wird mir ganz klar gezeigt, und das täglich und mit wehenden Fahnen:

“ STEH AUF! Beweg dich! Ernähre dich gesund! UND VERDAMMT NOCHMAL … LEBE DEIN LEBEN!“

 

Oft machte mich die Situation traurig, wütend und ich fühlte mich machtlos. Da man ja täglich zusehen muss wie eine geliebte Person dahinvegetiert (ich nenn das nicht leben) und ich ja helfen möchte, die Hilfe aber nicht angenommen wird und ich somit machtlos bin.  *tief durchatmen – los lassen – besser machen*

Auch wenn ich beide Personen nicht ändern kann und leider auch (2) nicht helfen kann (ich habs versucht, doch das muss die Person von sich aus tun), kann ich dennoch ändern, wie ich mit den Situationen umgehe, was ich daraus lerne und vorallem wie ich selbst darauf reagiere.

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Wer ist dein persönlicher Arsch-Engel und was kannst du von dieser Person lernen?

Ich wünsche euch einen schönen Samstag !

Liebe Grüße

Signarita

 

 

Leben

Yvonne View All →

Hej !
Ich heisse Yvonne und begrüße dich ganz herzlich auf meinem Blog über ganzheitliches Leben.
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